Dr. Dominik Halter

Dr. Dominik Halter

Liebig Nachwuchsgruppe

Welche Forschungsthemen werden in Ihrer Arbeitsgruppe bearbeitet?

Wir erforschen die elektrokatalytische Synthese organischer Moleküle aus der Perspektive der elektro-aktiven Katalysatorspezies. Im Wesentlichen sind wir also daran interessiert neue Elektrokatalysatoren zu konzipieren, zu synthetisieren, und deren elektrokatalytische Reaktivität mechanistisch zu untersuchen. Ein zweites Standbein der Gruppe ist es, die Ligandenumgebung vielversprechender molekularer Elektrokatalysatoren in metallorganischen Gerüstverbindungen (MOFs) nachzubilden, um präzise verstandene Reaktivität von Metallkomplexen in prozessfreundlichen heterogenen Elektrokatalysatoren zu erhalten. Die direkte elektrokatalytische Hydrierung von C=C, C=O & C≡N Bindungen – also ohne Verwendung von H2 Gas – ist eine Kernkomponente unserer Forschung. Damit kann beispielsweise Biomasse elektrochemisch in Grund- und Feinchemikalien umgewandelt werden, oder es lassen sich chemische Energieträger synthetisieren, um erneuerbaren Strom besser zu speichern als in gasförmigem H2.

Wie gestaltet sich der zeitliche und inhaltliche Ablauf eines Forschungspraktikums in Ihrer Arbeitsgruppe?  

Forschungspraktika haben einen Zeitrahmen von 4-6 Wochen, idealerweise als zusammenhängendes Block-Praktikum, aber wenn nötig kann die Arbeitszeit auch flexibel eingeteilt werden.

Vor Beginn der Arbeiten werden verschiedene Themenstellungen für konkrete Praktikumsprojekte diskutiert, dabei ist es selbstverständlich möglich für Studierende eigenständige Ideen vorzuschlagen – sofern diese zur Expertise unserer Arbeitsgruppe passen. 

Ist ein passendes Projekt gefunden, folgt eine vorbereitende Literaturrecherche. Zur Anfertigung des Praktikumsberichts ist die Literaturrecherche ohnehin nötig, doch ich bin überzeugt wer VORHER den Kontext seiner Arbeit kennt, forscht mit mehr Spaß, besseren Ideen, und höherer Effizienz. 

Die praktische Arbeit selbst umfasst dann: 1) die Synthese molekularer oder materialbasierter Elektrokatalysatoren, oder 2) die elektrochemische und spektro-elektrochemische Untersuchung elektro-organischer Reaktionen, oder 3) die Immobilisation molekularer Katalysatoren auf Elektrodenoberflächen, oder 4) Kombinationen daraus.

Welche synthetischen Methoden werden bei den entsprechenden Themen angewendet? 

Themenabhängig wären das klassische organische Ligandensynthese, Organometallchemie mit Arbeiten an der Schlenklinie und in der Glovebox, Solvothermalsynthese metallorganischer Gerüstverbindungen (MOFs), Pyrolyse, sowie elektrochemische Synthesen durch Elektrolyse / Elektrokatalyse.

Ist ein Progress-/Final-Talk über das Forschungspraktikum in einem Seminar vorgesehen? 

Ein Progress oder Final-Talk ist nicht erforderlich, kann aber auf Wunsch gerne angeboten werden. Zum Feedback und potenziellem Troubleshooting während des Praktikums können wir uns so besprechen und brauchen keine formale Präsentation.

Mit welchen Lehrstühlen sind überschneidende Themen denkbar?

Prinzipiell sind wir natürlich für die Zusammenarbeit mit jedem Lehrstuhl aufgeschlossen, und mit neuen Projekten ergeben sich immer auch neue Synergien. Aktuell besteht intensive Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Anorganische und Metallorganische Chemie (Prof. R. A. Fischer), sowie gelegentliche Zusammenarbeit mit der Gruppe um Prof. T. Nilges sowie mit Prof. A. S. Bandarenka aus der Physik.

Wo und auf welche Weise erfolgt die Bewerbung für ein Forschungspraktikum bei Ihnen?

Kontaktieren Sie mich oder meine Mitarbeiter gerne jeder Zeit per E-Mail oder persönlich.

Welche Vorkenntnisse werden bei einem Forschungspraktikanten in Ihrer Arbeitsgruppe vorausgesetzt?

Essenziell ist ein sicherer Umgang im Labor, wünschenswert wären grundlegende Kenntnisse zur organischen und anorganischen Synthese, toll wäre Erfahrung mit Elektrochemie, sowie den analytischen Standardmethoden (NMR, GC, UV-Vis, MS, IR, PXRD).

Einzelne Schwerpunkte daraus sind extrem Projektabhängig und wichtiger als spezifische Vorkenntnisse sind Eifer und Interesse am Projekt – im Zweifel kann alles Nötige bei uns gelernt werden.

Ist es möglich, ein Forschungspraktikum auf eine Masterarbeit ausweiten?

Auf jeden Fall!

Wie viel Kuchen erwartet Ihre Arbeitsgruppe?

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen großen, rechteckigen Blechkuchen gebacken. Den fertigen Kuchen zerschneiden Sie in gleich große, rechteckige Stücke. Die Hälfte der Leute mag Randstücke, die andere Hälfte will aber auf keinen Fall ein Stück mit Rand abbekommen. Für welche Anzahl von Personen können Sie den Blechkuchen so aufteilen, dass jeder genau ein Stück nach seinen Vorlieben bekommt und keines übrigbleibt?

… solche komplexen Aufgaben lösen wir lieber experimentell, anstatt uns das nur vorzustellen 😉

Ist es ein Vorteil kleiner Arbeitsgruppen, dass es mehr Kuchen für jeden gibt?

Es ist von großem Vorteil, dass wir an den AMC Lehrstuhl angegliedert sind! Da wir zusammen eine fröhliche Kuchen-Solidargemeinschaft bilden, wird ein Kuchen zwar auf mehrere fleißige Gruppenmitglieder verteilt – Dafür gibt es aber auch für uns als kleinere Arbeitsgruppe sehr häufig Kuchen, zusammen mit der Möglichkeit für unterhaltsame und auch für produktive Gespräche.